Länge eines Blogartikels: Wie viele Wörter sollten es sein?

Beitrag veröffentlicht am 01. März 2018 | Kategorie: WordPress | 0 Kommentare

200, 500 oder doch 1.000 Wörter? In allen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Blogs wird dieses Thema seit Jahren heiß diskutiert. Es gibt dazu mehr Meinungen als Blog-Autoren. Wir wollen heute mit dem Thema ein wenig aufräumen, denn die Antwort ist gar nicht so kompliziert.

SEO ist komplex und hat keine bestimmte Länge im Fokus

So manch einer geht davon aus, dass NUR sehr lange Blogartikel gut in den Suchmaschinen ranken können. Deshalb sollte man mindestens 1.000 Wörter zu egal welchem Thema verfassen, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Das ist schlicht falsch, denn so einfach funktioniert die Platzierung in den Suchmaschinen nicht. Selbst Google erklärt, dass es nicht auf eine Mindest- oder Maximallänge der Artikel ankommt, sondern viele Faktoren eine Rolle spielen und insgesamt die Qualität des Artikels sehr hoch sein muss. Auf die Frage, wie viele Artikel ein Blogartikel nun haben soll, gibt es also eine relativ nüchterne Antwort: Es kommt darauf an!

Pauschale Mindestlängen schaffen Grenzen – keine Möglichkeiten

Wenn Sie in Ihre Lieblingskonditorei gehen und sagen „das ist definitiv die beste Torte, die es in Deutschland zu kaufen gibt“, treffen Sie – objektiv betrachtet – gleich mehrere Falschaussagen. Erstens gibt es verschiedene Torten, die nicht miteinander vergleichbar sind. Zweitens ist das nur Ihr subjektiver Eindruck, denn Sie haben nicht alle Konditoreien Deutschlands getestet. Drittens ist das Geschmackssache und hängt für jeden Menschen von verschiedenen Faktoren ab, ob die Torte wirklich gut ist. Sie merken also: Absolute Aussagen sind nicht nur in Bezug auf Blogartikel und Suchmaschinenoptimierung gefährlich, sondern lassen sich auf viele Beispiele aus dem alltäglichen Leben übertragen.

Genauso verhält es sich mit den Lesern von Blogs. Die einen lieben kurze und knackige Artikel, die nur die wichtigsten Infos liefern und vielleicht nebenbei noch unterhaltend geschrieben sind. Andere mögen Details und recherchieren gerade vielleicht für ein Fachthema – für diese Leser eignen sich ausführliche und höchst informative Artikel. Dann gibt es welche, die eine direkte Ansprache und lebendige Schreibweise mögen, während andere einen trockeneren Schreibstil bevorzugen. Durch diese verschiedenen Vorlieben können die Textlängen daher sehr stark variieren. Und das sollten sie auch! Wie langweilig wäre das Internet, wenn alle Autoren dasselbe Muster und ähnliche Längen nutzen würden? Die Vielfältigkeit macht die unterschiedlichen Blogs gerade so interessant – das gilt eben auch für die Länge der Texte.

Fachartikel eher lang – News eher kurz

Grundsätzlich gilt für alle Autoren: Lieber noch einmal kürzen. Denn oft schweifen Blog-Autoren vom Thema ab und ziehen ihre Artikel unnötig in die Länge. Das ist anstrengend zu lesen und bietet keinen bedeutsamen Mehrwert. Dabei kann es helfen, wenn man sich vor dem Schreiben ein paar grundlegende Fragen selbst beantwortet:

  1. Wer ist meine Zielgruppe?
  2. Wie relevant und erklärungsbedürftig ist mein Thema?
  3. Lässt sich das Thema auch in 10 Sätzen gut erklären?
  4. Was ist meine Kernbotschaft?

Nach diesen Grundkriterien kann man sich dann die Struktur des Textes skizzieren und sieht dann meist auch, welche Länge dabei ungefähr herauskommen könnte. Betreibt man einen News-Blog, kommt es auf gute Headlines und kurze Artikel an. An dieser Stelle sind die News oft in 200-400 Wörtern gut erläutert und damit abgehackt. Handelt es sich bei Ihrem Blog um ein Nischenthema, empfiehlt sich oft weiter auszuholen, denn zu diesem Thema existieren noch nicht viele Informationen im Netz, also sollten Sie sich Zeit nehmen, die einzelnen Punkte gut gliedern und einen sinnvollen Aufbau des Artikels beachten. Da kann es dann auch gut passieren, dass Sie auf 2.000, 3.000 oder gar noch mehr Wörter kommen. Achten Sie nur dabei, dass Sie nicht den Faden verlieren und Worthülsen weglassen. Bei solch langen Texten gilt immer: Noch einmal gut durchlesen und Stellen kürzen, die nichts Neues erzählen oder gar nichts mit dem Thema zu tun haben.

Fazit

Was können wir aus diesem Thema also schlussfolgern? Ganz wichtig ist: Setzen Sie sich selbst keine Grenzen in Bezug auf die Länge Ihres Artikels, aber passen Sie auf, dass Sie nicht abschweifen. Denn Artikel werden oft zu lang als zu kurz. Ihre Zielgruppe sind Jugendliche und sie erklären anhand eines anschaulichen Beispiels kurz und knapp die Gravitation? Belassen Sie es dabei! Die Aufmerksamkeit eines Jugendlichen wird für längere Fachartikel nur selten ausreichen. Ihr Job ist erledigt, also widmen Sie sich einem neuen Thema. Der zweite wichtige Punkt ist daher: Achten Sie genau auf Ihre Leser und was diese wollen, dann werden Sie langfristig Erfolg mit Ihrem Blog haben. Die perfekte Länge eines Blogartikels haben Sie hoffentlich nicht erwartet und jeder, der Ihnen eine vorgibt, hat schlicht das Wesen eines Blogs nicht verstanden.

Bildquelle: © Simon, Pixabay (CC0 Creative Commons) | Tags: blogartikel, text

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