Vorsicht Abzocke! Rechnung von .DE Deutsche Domain

Beitrag veröffentlicht am 15. August 2017 | Kategorie: Internet | 1 Kommentar

Wenn Sie eine E-Mail von „.DE Deutsche Domain“ erhalten haben, sollten Sie aufpassen. Sie könnten sonst schnell das Opfer von Betrügern werden. Weil schon einige Kundenanfragen kamen: Wir wollen ausdrücklich klarstellen, dass die InternetWerk GmbH in keiner Verbindung mit dem Absender dieser Mails steht. Wer bei uns eine .de-Domain registriert, erhält die Abrechnung ausschließlich von uns und von niemand anderem. (Kosten: 4,95 € / Jahr, inkl. MwSt.)

Der Text dieser E-Mail – die von der Schein-Registrierungsstelle .DE Deutsche Domain stammt – lautet wie folgt:

Sehr geehrte Frau / Herr

Nachfolgend die Einzelheiten zu der Domainregistrierung für 2017 / 2018.

Wir hoffen, Sie ausreichend informiert zu haben.

Mit freundlichen Grüssen,

Sandra Wagner

Kundendienst
.DE Deutsche Domain
info@deutschedomain.com

Am Ende dieser Spam-Mail steht ein Satz mit dem Hinweis, dass die E-Mail eine Rechnung als Anhang enthält. Öffnet man nun die PDF-Datei, sieht es auf den ersten Blick wie ein halbwegs seriöses Rechnungsschreiben aus. Es werden Rechnungsnummer, Rechnungsdatum und sogar ein Kontakt angegeben. Des Weiteren werden eine Mail-Adresse (info@deutschedomain.com) und eine Kundendienst-Nummer genannt, unter denen man sich wohl bei Fragen melden könne. Diese führen natürlich genauso wie die Domain „deutschedomain.com“ ins Leere bzw. auf ominöse Weiterleitungsseiten. Auch eine Auflistung der einzelnen Positionen findet man in dieser Scheinrechnung. Der Rechnungsbetrag beläuft sich auf knapp 200 Euro und soll innerhalb von 14 Tagen auf ein spanisches Konto überwiesen werden – spätestens hier sollten die Alarmglocken läuten.

Es handelt sich „nur“ um ein Angebot

In einem ziemlich klein gedruckten Text in derselben PDF-Rechnung steht, sofern man sich nicht von der schrecklichen Grammatik ablenken lässt, dass es sich bei diesem Schreiben tatsächlich um keine Rechnung, sondern nur um ein Angebot handelt. Aha. Dabei sind die ersten Sätze merklich zur Ablenkung gedacht, damit der Passus mit dem Angebot möglichst übersehen wird. Erst am Ende des Kleingedruckten steht der entscheidende Satz: „Dies ist ein angebot und keine rechnung, die zahlung auf dieses angebot hin wird als annahme des angebotes oder auftragsbestätigung verstanden.“

Hier der vollständige Text inkl. aller Grammatik-Fehler:

Wir möchten sie darüber informieren, dass sie in zukunft unsere rechnung ausschliesslich im digitalen format erhalten werden. weiterhin haben sie die möglichkeit, sowohl vor dem erhalt als auch nach dem erhalt unserer rechnung die daten ihrer gesellschaft zu ändern, indem sie uns Ihre geänderten kundendaten per E- mail mitteilen unter angabe ihrer kundennummer und rechnungsnummer.

Basierend auf dem vorgenannten angebot, welches der rechnung im falle der annahme durch sie zugrundeliegen wird, werden wir für sie die folgenden dienstleitungen durchführen: die anmeldung des domain- zusatzes .eu oder .info, welcher Ihrem aktuellen domainnamen hinzugefügt wird. Sofern sie mit dem oben dargestellten einverstanden sind, wird Ihre domainregistrierung für den oben genannten zeitraum gültig sein. Achten sie bitte darauf. Dies ist ein angebot und keine rechnung, die zahlung auf dieses angebot hin wird als annahme des angebotes oder auftragsbestätigung verstanden.

Für den fall der nichtzahlung wird dieses anmeldung hinfällig und der domain zusatz wird für dritte parteien verfügbar sein.

Rückforderung? Ohne Chance!

Eine Kündigung dieses Vertrages dürfte schwer fallen: Die Registrierungsstelle ist nämlich frei erfunden. Die angegebene Bank hat ihren Sitz in Spanien. Weiter fehlen ein notwendiges Impressum und somit auch der Name des Geschäftsführers und weitere Pflichtangaben. Es wird nicht einmal die Domain-Adresse in der Rechnung angegeben, die Sie angeblich registriert haben sollen. Es handelt sich hierbei also um Betrug.

Fazit

Das Wichtigste: Bezahlen Sie diese Rechnung auf keinen Fall! Löschen sie am besten die E-Mail – mehr können Sie wahrscheinlich nicht tun. Grundsätzlich sollten Sie immer vorsichtig sein, wenn eine Rechnung per E-Mail versendet wird. Achten Sie auf alle Punkte, die eine seriöse Rechnung enthalten muss und kontaktieren Sie die angegebenen Ansprechpartner, falls Ihnen doch etwas spanisch vorkommen sollte. Dateianhänge können außerdem auch Trojaner enthalten, öffnen Sie also niemals angehängte Dokumente von unbekannten Absendern. Doch auch angebliche Rechnungen von namhaften Unternehmen wie Amazon, IKEA etc. werden teilweise gut gefälscht als E-Mail versendet. Überprüfen Sie daher zuerst, ob Sie tatsächlich in letzter Zeit dort etwas bestellt haben und wie die Rechnung normalerweise bei Ihnen ankommt. Oft können Sie so schon bestimmte Absender ausschließen.

Tags: domain

1 Kommentar zu "Vorsicht Abzocke! Rechnung von .DE Deutsche Domain"

1. Dr. Hans-Jürgen Karg
16. August 2017, 17:39 Uhr

Danke für den ausführlichen Hinweis!

Diese Art von Spam-Rechnungen häufen sich in der letzten Zeit… auch bei uns!

Ein erfolgreiches Kriterium ist wirklich, sich die Rechtschreibung anzusehen, denn „seriöse“ Rechnungssteller können auch seriös (!) und sprachlich „richtige“ Rechnungen erstellen…

Danke sagt Dr. Hans-Jürgen Karg

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